Das Kloster Lilienfeld (seit 1625)

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Nach der Konfiskation der Güter Helmhard Jörgers vergab der Kaiser diese neu und Hans Balthasar von Hoyos bekam die Araburg zum Lehen.
Das Stift Lilienfeld hatte sich bereits längere Zeit mit dem Gedanken gespielt, die Burg zu erwerben und sah jetzt seine Chance gekommen.

So führten der Abt selbst und einige Patres am 25. Juni 1625 Visitation durch, die zu folgendem Ergebnis führte:
„Das Schloß ist aber auf ein end baufällig wie dan Böden und die wehren eingangen, daher noch heuer in etlichen Orten neue Dächer müssen aufgesetzt werden oder geht ganz zugrund. Hat zwo Cisternen, kombt in kaine Wasser, weil di rinnen darein alles abgefault. wohnt ain Thorwärtl drinnen, sonst niemands. Die Kaumberger sähen gern, daß dem Schloß wieder geholffen wird, da ihr Flucht in Feindesnöten dahin ist bißher gewesen.“

Im September 1626 kauft Abt Ignatius von Lilienfeld die Araburg von Kaiser Ferdinand um 75 000 rheinische Gulden.
Nun sieht sich das Stift Lilienfeld auch berechtigt, einen Priester für die Pfarre Kaumberg zu stellen, die ja nun nach dem Ende der jörgerschen Herrschaft statt dem protestantischen wieder einen katholischen Prediger erhalten soll. Der Abt von Kleinmariazell kommt ihm aber zuvor und entsendet einen der seinen Patres. Daraufhin entbrennt ein Rechtsstreit, den das Stift Lilienfeld gewinnt.
Die Araburg wurde, nachdem ihr Zustand eruiert worden war, renoviert. Allerdings nicht um in Zukunft bewohnt zu werden, sondern nur als Verteidigungsanlage und als Zuflucht für die Bewohner der umliegenden Gemeinden.
Diese Entscheidung sollte sich bereits 1683 lohnen. Wieder zogen die Türken durch das Land, verbrannten die Häuser, vernichteten die Vorräte und erschlugen das Vieh. Die Bewohner von Kaumberg und Hainfeld suchten Schutz auf der Araburg. Der Aufenthalt dort dauerte aber länger, als man erwartet hatte und Vorräte und Munition gingen zur Neige. Also wurde vom Abt des Stiftes Lilienfeld am 23. Juli beschlossen, die Geflüchteten zu evakuieren. Das riskante Vorhaben gelang, die Burg blieb leer zurück und wurde zum Opfer der Türkenhorden, die sie vollkommen verwüsteten.

Nach dem Rückzug der Osmanen im September war die Bilanz des Stiftes Lilienfeld eine schreckliche. Im ganzen Gebiet, das im Besitz des Klosters war, gab es 223 Häuser, die unbeschädigt waren, 996 waren zerstört. 1386 Menschen waren ermordet oder verschleppt worden, 143 davon allein aus Kaumberg. Der Zustand der Araburg besserte sich danach nie wieder, obwohl sie noch über fast hundert Jahre als Wohnort diente. Sie glich aber eher einem Obdachlosenasyl, war Wohnung für Mittellose und Kriminelle. Überliefert ist, dass um 1796 eine Holzknechtfamilie in der Burg hauste, deren ältester Sohn, der als „Schloss-Martinl“ bekannt wurde, sich als Wilderer und Räuber in der Gegend herumtrieb. Er floh mehrere Male aus Gefängnissen, in denen er inhaftiert war. Bei dem Versuch seine Geliebte, die beim Landesgericht Lilienfeld wegen eines kleinen Vergehens eingekerkert war, zu befreien, wurde er von einer Streifpatrouille umzingelt und auf der Traisenbrücke erschossen.
Im 18. Jahrhundert wurde noch alljährlich, wie es schon seit langer Zeit üblich war, am 23. April, dem Tag des Heiligen Georg, in der ihm geweihten Kapelle der Burg, das Kirchweihfest begangen. Das letzte derartige Fest wurde 1780 gefeiert - eine Tradition die seit 2007 wieder gelebt wird.

 

 

Aktualisiert ( Dienstag, den 03. Juni 2008 um 18:55 Uhr )  
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Sommerspiele

Alle zwei Jahre finden in der Arena im Burghof Sommerspiele statt. Die Kaumberger Burgschauspieler, eine Laientheatergruppe die sich dem erhalt der Araburg verschrieben hat stellt sich vor!
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