Die Pögl - Reifensteiner

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Noch unter Kaiser Friedrich III. gab es im Heer kaum Feuerwaffen. Der Bedarf danach wurde aber beständig größer, und so versprach die Produktion derselben zu einem florierenden Geschäft zu werden. Peter Pögl war zu dieser Zeit Waffenschmied in der Steiermark.

Er war mit der neuer Technologie bestens vertraut und verfügte außerdem über gute Verbindungen zum Kaiserhof, was an der Tatsache kenntlich wird, dass der Kaiser selbst ihn 1469 beim Bau einer Waffenschmiede in Thörl bei Kapfenberg unterstützte. Nach dem Tod Peters erbte sein Sohn Sebald den mittlerweile florierenden Betrieb und baut ihn zu einer Fabrik zur Herstellung von Großgeschützen aus. Auch Sebald hatte gute Beziehungen zum Hof, er genoss das besondere Vertrauen von Kaiser Maximilian.
Sebald unterstütze seinerseits auch den Kaiser mit Geldkrediten und Materiallieferungen, nachdem der Staat durch Kriege mit den Franzosen, den Schweizer Eidgenossen und den italienischen Stadtstaaten in finanzielle Schwierigkeiten geraten war.
So hatte Sebald Pögl zum Zeitpunkt des Todes Maximilians I. soviel Gewinn erwirtschaftet, dass er sich nach einer beständigen Wertanlage umsah. 1521 kaufte er Burg Reifenstein, die er zu einer mächtigen Renaissanceburg ausbaute und deren Namen er zu dem seinen hinzufügte.
1528 erwarb er auch noch die Araburg von seinen Cousins Sigmunt und Reinprecht von Eberstorff - Tiernstein.

In diese Zeit tauchte erstmals eine neue Gefahr aus dem Osten auf: die Türken.
1526 zogen die Türken gegen Ungarn und schlugen das ungarische Heer bei Mohács vernichtend. In dieser Schlacht fiel auch der letzte ungarische König, sein Schwager, der Habsburger Erzherzog Ferdinand von Österreich war zum Erben bestimmt. Die Ungarn allerdings wehrten sich gegen die Regentschaft des Habsburgers, so marschierte Ferdinand mit Gewalt in Westungarn ein.
Dadurch entstand aber ein Konflikt mit Sultan Soleiman, der ebenfalls Ansprüche auf die Herrschaft im von ihm besiegten Ungarn stellte.
Also schickte Ferdinand 1528 eine Delegation nach Konstantinopel, die den Konflikt friedlich beilegen sollte. Die Abgesandten betrachteten die Verhandlungspartner aber als „Barbaren“ und verhielten sich entsprechend arrogant, so dass sie mit einer faktischen Kriegserklärung nach Hause zurückkamen.

Im Mai 1529 brach Sultan Soleiman mit einer 300 000 Mann starken Armee in Konstantinopel auf. Im September hatte er bereits Ofen (das heutige Budapest) erobert, und noch im selben Monat stand er vor den Toren Wiens, das er von 21. September bis 15. Oktober belagerte.
Während dieser Zeit zogen Streifscharen durch das südliche Niederösterreich, sie plünderten Dörfer und brannten Höfe nieder, die Bewohner wurden ermordet oder verschleppt.
In einer alten Göttweiger Urkunde steht zu diesen Vorfällen: „Zu Hainfeld und in Kaumberg sind alle Häuser verbrunnen, das Volk fast erwürgt, und weggeführt worden.“

Am 15. Oktober gab Soleiman die Belagerung auf und zog sich mit seinem Heer zurück, wahrscheinlich wegen des nahenden Winters und der Gefahr im Lager ausbrechender Seuchen.

Drei Jahre später unternahm er einen neuen Angriff. Diesmal kam das Hauptheer nur bis Köszeg an der heutigen österreichisch-ungarischen Grenze. Aber auch von dort aus plünderten die sogenannten „Akindschi“ wieder das südliche Niederösterreich, bis Waidhofen an der Ybbs. Der angerichtete Schaden der beiden Türkeneinfälle war enorm. Häuser waren verbrannt, Vorräte vernichtet und etwa 100 000 Menschen tot oder verschleppt. Es gab allerdings auch Menschen, die von dem Krieg profitiert hatten und in der Gegend des Gölsen- und Traisentals war dies Sebald Pögl von Reifenstein.

1530 befand sich das Kloster Klein-Mariazell in finanziellen Schwierigkeiten, und um das von den Türken schwer beschädigte Gotteshaus wieder aufbauen zu können, verkaufte der Abt das Amt Kaumberg an Sebald Pögl. In den Jahren 1534 und 1535 war das Geld aber wieder knapp und das Kloster veräußerte noch andere Güter um die Araburg und die Pfarre Kaumberg. In den nächsten Jahren kaufte Sebald Pögl auch noch die Herrschaft Hohenberg und verschiedene Güter und Gründe von Stift Heiligenkreuz.

Mit den Osmanen wurde zwar ein Friede geschlossen, aber selbst der Kaiser schien dem nicht zu trauen. Er gab Befehl, die Befestigung von Märkten und Städten zu verbessern, auch die Verteidigungsanlagen von Burgen und Wehrkirchen wurden erneuert.
Andreas Pögl, der Nachfolger von Sebald, ließ den Bewohnern von Kaumberg mitteilen, dass auch er die Burg gegen etwaige Angriffe der Türken befestigen wolle. Er erklärte, dass er denjenigen, die wenigstens drei Tage bei der Arbeit mithalfen gestatte, sich bei einem feindlichen Einfall mit Kind und Kegel in die Burg zu flüchten. Durch den Krieg gegen die Türken befand sich der Staat am Rande des Bankrotts. Aus diesem Grund verpfändete der Kaiser landesfürstliche Güter. 1559 erwarb Andreas Pögl die Herrschaft Mödling und die Burg Liechtenstein.
Als weitere Einkommensquelle für den Staat wurden bestehende Steuern erhöht und neue eingeführt. Um die Türkensteuer, welche den vierten Teil der geistlichen Güter begehrte, leisten zu können, musste das Kloster Kleinmariazell 1566 von Andreas Pögl, Freiherr von Reifenstein und Araburg einen Kredit in Höhe von 4500 rheinischen Gulden aufnehmen. Andreas Pögl stirbt in den Sechzigerjahren des 16. Jahrhunderts und wird von seinem Bruder Adam beerbt. Er sollte der letzte der Pögl-Reifensteiner bleiben, und als er 1589 stirbt, fällt die Araburg in der Besitz der Brüder Konrad und Valentin Sauermann, die sie allerdings bereits ein Jahr später an Christoph Jörger.

Aktualisiert ( Dienstag, den 03. Juni 2008 um 18:35 Uhr )  
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Alle zwei Jahre finden in der Arena im Burghof Sommerspiele statt. Die Kaumberger Burgschauspieler, eine Laientheatergruppe die sich dem erhalt der Araburg verschrieben hat stellt sich vor!
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