Ursula, die einzige Tochter von Helmard Jörger, lernte bei einem Bankette in Meckenstein (bei Baden) den armen Junker Paul von Rechberg, vom Rehhof kennen und versank in eine tiefe Zuneigung zu ihm. An eine rasche Verehelichung mit der reichen Jörgerin könnte der hübsche, aber flatterhafte Ritter wegen des Geld- und Ahnenstolzes des ehrgeizigen, hochstrebenden Vaters der Jörgerin aber vorläufig nicht denken. Das Liebesverhältnis der Beiden musste also noch geheim gehalten werden. Ursulas Amme unterstützte aber die romantischen Treffen der beiden Liebenden in ihrem Heim, dem zur Araburg gehörenden Maierhofes, einem Bauernhof am Fuße der Araburg, so dass sich die Liebenden regelmäßig sehen konnten.
Vor einer längeren Reise nach Mähren bat der Junge Rechberg seine Geliebte noch um ein Treffen im kleinen Gärtchen des Maierhofes. Zwischen den blühenden Obstbäumen, den Abschiedsschmerz im Herzen gelobten sich die Liebenden ewige Treue. Als sich die milde Frühsommernacht über die Landschaft senkte und der Mond auf ging, viel das fahle Mondlicht auf das sich zwischen den blühenden Bäumen, eng umschlungen liebende Paar. Tags darauf reiste der Recke zu seiner langen Reise ab um Familienangelegenheiten zu regeln.
Die Wochen vergingen. Vom Trennungsschmerz gedrückt vertraute sich die hübsche Ursula ihrer Mutter an und gestand das Geheimnis ihrer Liebe und das sie ein Kind erwarte. Die Edelfrau versuchte das arme Kind zu trösten und ihren Umstand vor ihrem Vater zu verbergen und beschloss sie zu einer befreundeten Familie zu senden, wo sie ihrem Kind das Leben schenken sollte.
Unmittelbar vor Ursulas Abreise kam Helmhard von einer Reise nach Wien zurück und gab ein großes Fest für eine Gast auf der Burg, bei der auch seine Tochter anwesend sein musste. Beim Tischgespräch kam man auch auf den Jungen Rechberg, Ursulas Geliebten zu sprechen. Der Gast wusste zu berichten das der Sohn vom Rehhof in Mähren eine reiche Witwe ehelichte und welch Glück der ärmliche Junker damit hat . Ohne einen Laut des Schmerzes, aber bleich und zitternd hörte Ursula der Geschichte zu. Danach eilte sie hinaus auf die Burgwiese, dort Pflückte sie einige Büschel des giftigen Schierlings und schlich in ihr Gemach zurück.
Aus dem Rittersaal drang noch Lärm und Gesang von Feste in das einsame Zimmer der jungen Edelfrau. Als die Burg dann aber in die stille der Nacht viel breitete der Todesengel sein Gefieder im Gemach der verzweifelten Ursula aus. Als am nächsten Morgen der der entsetzlichen Kunde über den Gift-Tot seiner einzigen Tochter bis ins Herz getroffene Vater von den zitternden Lippen seiner Frau die ganze Geschichte erfuhr, gelobte er am Leichnam seiner Ursula kniend den herzlosen Schurken blutige Rache.
Ein fremder Ritter überbrachte Paul von Rechberg die Forderung zum Zweikampf mit dem kampferfahrenen Araberger. An einem trüben Novembermorgen auf einer Wiese unweit des Rehhofes, bei den sogenannten „Drei Eichen“ standen sich die beiden Gegner dann gegenüber. Mit furchtbarem Ungestüm drang der Jörger auf den zitternden, schuldbewussten Junker ein. Rechberg sank zu Boden. Das Duell war zu Ende. Tiefes Schweigen herrschte ringsumher. Da ertönte von der nahe Kirche in der Dornau das Morgenglöcklein, mahnend an Frieden und Versöhnung. Der Glockenschlag drang an das Herz des Ritters Helmhard, und mochten wohl auch noch an das Ohr des sterbenden Junkers gedrungen sein. Mit einer bittenden Gebärde richtet er mit letzter Kraft seinen Blick auf den Vater seiner einstigen Geliebten, gleichsam als wollte er noch in seinem letzen Augenblick Vergebung für seinen schweren Frevel und das zugefügte Herzensleid vom alten Jörger erflehen. Auf das Tiefste erschüttert, beugte sich Der über den Sterbenden und nach einem kurzen Zögern reichte er ihm als Zeichen der Verzeihung erbarmungsvoll die Hand. Als nun das Ave-Maria Geläute verhallte und die ersten Sonnenstrahlen durch den Herbstnebel drangen, entschwand das letze Leben aus dem im Duell erschlagenen Jüngling.
Manche wissen zu berichten, dass sein Leichnam in die Gruft zu Ursula gelegt wurde. Diese befand bis zum Jahre 1871 unter dem mittleren Gang der Kaumberger Kirche. Da sich in diesem Jahr die Gruftplatte merklich senkte, wurde das Grab geöffnet, wobei man neben vermorschtem Gebein noch Reste von Goldverzierungen und Seidenspitze sowie einen schmalen, einfachen Goldring - womöglich den Verlobungsring von Paul von Rechberg für seine Ursula von Arberg, den er ihr in der lauen Sommernacht als Zeichen seiner ewigen Treue schenkte, fand.
(Nach Petrossi)






Alle zwei Jahre finden in der Arena im Burghof Sommerspiele statt. Die Kaumberger Burgschauspieler, eine Laientheatergruppe die sich dem erhalt der Araburg verschrieben hat stellt sich vor!